Der Affenpinscher

Die Schönheit des Affenpinschers ist nicht auf den ersten Blick erkennbar und vielleicht ist er aus diesem Grund (zum Glück) nie ein Modehund geworden.

Seine Schönheit liegt in seinem besonderen Wesen und seinem Charakter. Wer dies zu schätzen weiss, der wird süchtig nach diesem liebenswerten Wicht.

„Äffchen“ wie sie von ihren Besitzern liebevoll genannt werden, sind ausgesprochene Persönlichkeiten und etwas ganz Besonderes.

Herkunft

Der Affenpinscher ist eine der ältesten deutschen Hunderasse. Im Bild ‚die Arnolfini-Hochezeit‘ von 1434 vom flämischen Maler Jan van Eyck ist auch ein kleiner Hund abgebildet, der dem heutigen Affenpinscher sehr nahe kommt. Auch Albrecht Dürer, der 1471 bis 1528 lebte, widmete dem Affenpinscher einige Holzschnitte. Und seit gut 150 Jahren wird diese Rasse genauso gezüchtet, wie wir sie heute noch kennen. Die genaue Herkunft ist bis heute nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich als Mischung aus den Belgischen Griffons und dem rauhaarigen Pinscher entstanden, wurde er als Ratten- und Mäusevertilger eingesetzt.

In früheren Zeiten waren Affenpinscher auch als Begleiter für Fuhrwerke sehr beliebt. Trotz ihrer geringen Grösse konnten sie weite Strecken neben der Kutsche mitlaufen. Und während der Nacht bewiesen sie ihre Eigenschaft als Wächter von Hab und Gut.

Wie beliebt der Affenpinscher früher war, zeigt die Tatsache, dass die Rasse im Nachschlagewerk „Brehms Tierleben“ welches Ende des 19. Jahrhunderts erschien, erwähnt wurde und darin als unterhaltsamer und munterer Hund, der seinen Menschen stets zugetan sei.

Früher war diese Rasse weit verbreitet, heute ist sie leider eine grosse Seltenheit. Ein Affenpinscher bringt viele gute Eigenschaften mit sich und er hätte es verdient, wieder bekannter zu werden.

Er ist eng verwandt mit dem Zwergpinscher, mit dem er noch bis 1896 zusammen gezüchtet wurde. Erst nach der Gründung des Deutschen Pinscher und Schnauzer Clubs wurde für den Affenpinscher ein eigener Rassestandart definiert.

Kurzporträt

Der Affenpinscher gehört zu den brachycephalen Rassen und hat einen Vorbiss. Dabei dürfen die Zähne bei geschlossenem Mund jedoch nicht sichtbar sein.

Trotz seiner verkürzten Nase hat er absolut keine Atemprobleme und ist auf den Spaziergängen sehr ausdauernd.

Kopf: Ausgeprägte und hochgewölbte Stirn. Durch die schwarzen Augenlider in runder Form erinnert das Gesicht des Affenpinscher an ein Äffchen. Borstige Augenbrauen und einen Backenbart

Dabei soll der Unterkiefer möglichst mit gutem Schluß vorbeißen. Dies ist der sogenannte alte, echte Typ, den zu wahren die Pioniere der Affenpinscherzucht, insbesondere Georg Nussbaumer, München, ein Leben lang gepredigt haben.

Augen: Gross hellwach und schwarz

Rute: säbelförmig. Aufrecht getragen Grösse: 25 – 30 cm

Aufgrund seiner geringen Grösse lässt er sich auch problemlos in einer Tasche im Flugzeug mitnehmen.

Gewicht: 4 – 6 kg

Fell: Der Rassestandard der FCI lässt nur schwarz als Fellfarbe zu.

Rauhaarig, mit Deckhaar und Unterwolle. Früher waren die Fellfarben von einfarbig gelblich, rötlich oder gräulich weiß bis dunkelgrau, von gräulich-schwarz bis reinschwarz.

Lebenserwartung: bis 15 Jahre

Gangart: Trippelgang. Durch die aufrecht getragene Rute wirkt der kleine Hund sehr selbstbewusst.


Charakter und Eigenschaften

Trotz seiner geringen Grösse ist der Affenpinscher nicht zu unterschätzen. Er ist ein eifriger Wächter, widerstandsfähig und ausdauernd, langlebig, neugierig, lebhaft und temperamentvoll, spielfreudig, unerschrocken, hartnäckig manchmal von „aufbrausender Leidenschaft“ wie er im Standard beschrieben wird.

Er kann einerseits das anhängliche und verschmuste Schosshündchen sein, andrerseits aber ist er auch ein mutiger und furchtloser Draufgänger welcher Fremden gegenüber sehr misstrauisch sein kann und seine Familie verteidigt. Oft braucht er eine Weile, bis er fremde Personen in seinem Haushalt toleriert.

Ein angenehmer, sehr anhänglicher Familienhund welcher sich seinen Menschen sehr eng anschliesst. Wegen seiner geringen Grösse ist er für Familien mit Kleinkindern nicht unbedingt ideal.

Der Affenpinscher ist ein Allrounder, sie machen alles mit, sei es ein gemütlicher Stadtbummel oder eine Wanderung. Auch verschiedenen Hundsportarten und Nasenarbeit liegt ihnen.

Er hat einen hohen Bewegungsdrang und will beschäftigt werden, hat aber kaum Jagdtrieb.

Ernährung

Der Affenpinscher neigt weder zu Allergien noch zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Daher benötigt er auch kein Spezialfutter.

Pflege, Gesundheit, Krankheiten

Der Affenpinscher ist relativ pflegeleicht und anspruchslos. Das Fell sollte dennoch regelmässig gebürstet und von Zeit zu Zeit getrimmt werden. Gerade auf dem Spaziergang in der Natur verfangen sich oft Zweige, Samen und Blätter im dichten Fell. Bei regelmässiger Pflege haaren sie kaum.

Der Affenpinscher ist recht robust und es sind keine besonderen rassetypischen Krankheiten bekannt. Da er nie zum überzüchteten Modehund geworden ist, erfreut sich die Rasse generell guter Gesundheit.

Erziehung und Halten

Der Affenpinscher kann auf Grund seiner Grösse auch gut in einer Wohnung in der Stadt gehalten werden. Dennoch ist er kein Hund für bewegungsunfreudige Stubenhocker. Er will aktiv sein und ist sehr ausdauernd. Der Affenpinscher ist sehr gelehrig und gut erziehbar. Aber auch er braucht, wie ein grosser Hund, eine liebevolle und konsequente Erziehung, damit er ein angenehmer Begleiter wird. Wichtig sind klare Regeln, denn der kleine Kerl kann manchmal auch eine recht sture Seite zeigen und Unsicherheiten weiss er geschickt auszunutzen.

Ein Auszug aus einem Aufsatz, den H.J. Koßmann geschrieben hat: “Im Affenpinscher haben wir eine Rasse vor uns, die ungemein drahtig, gescheit, bezaubernd frech, den modernen Neigungen zum Grotesken entgegenkommend, wachsam und von rührender Anhänglichkeit ist ...

https://caninechronicle.com/current-articles/the-affenpinscher-a-historical-perspective/

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